Kundenbefürnisse verstehen mit Google Trends

Google Trends: neue Kundenbedürfnisse in Corona-Zeiten

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Corona hat unser alltägliches Leben in diesem Jahr komplett verändert. Doch wie schlagen sich diese veränderten Lebensbedingungen (Lockdown, Reduzierung sozialer Kontakte, Homeoffice etc.) in den Kundenbedürfnissen nieder? Gibt es neue Trends? Lassen sich Muster erkennen? Wie man diese Fragen mithilfe von „Google Trends“ beantworten kann und welche Auswirkungen die Ergebnisse für Unternehmen haben können, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

Was ist Google Trends?

Google Trends liefert Information darüber, wie oft Suchbegriffe von Nutzern in Google verwendet werden. Es lassen sich zeitliche Entwicklungen von Suchbegriffen in bestimmten Zeiträumen anzeigen und vergleichen. Plötzliche Anstiege, wiederkehrende Muster oder kurzfristige Schwankungen in den Verläufen geben Aufschluss darüber, wie sich die Popularität eines Suchbegriffs zeitlich verändert.

Was kann man aus Google Trends ableiten?

Es eignet sich perfekt zum Aufspüren aktueller Trends und Themen in der Gesellschaft. Durch die häufige Nutzung von Google in unserem Alltag spiegeln die getätigten Suchen aktuelle Interessen der Menschen sehr gut wider.

Neue Freizeitbeschäftigungen

Da Freizeitangebote, Sportstätten und vieles mehr durch den Lockdown stark eingeschränkt wurden, sind alternative Beschäftigungsmöglichkeiten sehr gefragt.

Beispiel: Mountainbike

Sehen wir uns einmal als erstes Beispiel die zeitliche Entwicklung des Suchbegriffs „Mountainbike“ in den letzten 12 Monaten in Deutschland an.

Mit Beginn der ersten Einschränkungen Mitte März ist zunächst eine leichte Zunahme des Suchvolumens zu erkennen, das anschließend exponentiell ansteigt und Anfang April seinen Höhepunkt erreicht. Dieser sprunghafte Anstieg in relativ kurzer Zeit zeugt von einem deutlich gesteigerten Interesse rund um das Thema Mountainbikes. Für viele eine neue mögliche Freizeitbeschäftigung in Zeiten des Lockdowns.

Im Laufe des Jahres zeigt sich zwar eine kontinuierliche Abschwächung, das Interesse bleibt dabei aber auf einem hohen Niveau. Mit Beginn des zweiten Lockdowns im November nimmt die Nachfrage sogar wieder zu – trotz der kalten Jahreszeit. Diese Entwicklungen legen nahe, dass es sich hierbei nicht um einen kurzfristigen Hype von wenigen Wochen handelt, sondern längerfristig mit einem gesteigerten Interesse zu rechnen ist.

Dies zeigt sich auch mit Blick auf den Verlauf der letzten 5 Jahre:

Wie zu erwarten, ist ein deutliches saisonales Muster mit Höhepunkten in den Sommermonaten und einem Rückgang in der Herbstzeit zu erkennen. Der Anstieg während des ersten Lockdowns in diesem Jahr übertrifft jedoch bei weitem alle Spitzen der letzten Jahre und auch nach dem jahreszeitlich bedingten Rückgang im Herbst liegt das Interesse auf einem höheren Niveau als in den Vorjahren.

Ein insgesamt erhöhtes Interesse an Mountainbikes birgt für die Fahrradindustrie viel Potential für die Zukunft. Damit verbunden sind natürlich nicht nur die Räder an sich, sondern auch sämtliches Zubehör und Ausrüstungen.

Beispiel: Puzzle

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich am Beispiel „Puzzle“ erkennen. Das saisonale Muster mit den Spitzen kurz vor Weihnachten (als Weihnachtsgeschenk) wird in diesem Jahr während des Lockdowns auffällig gebrochen. Ein rasanter Anstieg in dieser Phase, ein Rückgang im Anschluss und ein erneuter Anstieg im November lassen auf ein alternatives Hobby während der Ausgangsbeschränkungen schließen.

Weitere auffällige Trends im ersten Lockdown waren „yoga online“, „haare selber schneiden“ (als Reaktion auf die Schließung der Friseure) oder auch „baumarkt noch geöffnet“. Alles Bedürfnisse, die durch die Einschränkungen hervorgerufen oder stark verändert wurden.

Veränderte Arbeitswelt – Beispiel Homeoffice

Corona hat in diesem Jahr in vielen Betrieben zu veränderten Arbeitsabläufen geführt, angefangen beim Arbeitsort, dem Homeoffice. Für einige ein etabliertes Modell, für viele jedoch plötzlich und unerwartet eine ganz neue Herausforderung. So schoss der Begriff „Homeoffice“ im März exponentiell in die Höhe und war eines der Themen für Arbeitnehmer und -geber. Im Laufe des Jahres schwächte sich das Interesse kontinuierlich ab.

Interessanterweise finden speziellere Anfragen wie rund um das Thema der Ausstattung im Homeoffice auch in den Folgemonaten immer wieder Zulauf. So erreicht der Begriff „home office schreibtisch“ im zweiten Lockdown ein noch höheres Interesse als im ersten.

Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass im Frühjahr ein Teil der neu im Homeoffice gelandeten Arbeitnehmer zunächst versucht hat, sich provisorisch zu behelfen, bei den erneuten Anzeichen jedoch, dass Homeoffice auch weiterhin ein Modell bleiben könnte, sich nun intensiver um die Aufbesserung des Arbeitsplatzes im eigenen Zuhause kümmert.

Dies könnte somit für Büromöbelhersteller ein günstiger Zeitpunkt sein, spezielle Einrichtungen fürs Homeoffice gezielt zu bewerben.

Neue Online-Events

Die Kontaktbeschränkungen haben in diesem Jahr zu zahlreichen Absagen von Veranstaltungen und Festen geführt. Dort, wo es möglich ist, suchen die Menschen daher nach alternativen Möglichkeiten, den Kontakt auch an bestimmten Anlässen aufrecht zu erhalten. So ist aktuell in den Google Trends ein großes Interesse rund um alternative Weihnachtsfeiern erkennbar. Die Begriffe „online weihnachtsfeier“ oder „virtuelle weihnachtsfeier“ sind derzeit stark gefragt.

Erste Eventanbieter reagieren bereits darauf und bieten ein Online-Weihnachtsfeierprogramm mit interaktiven Spielen an. Andere Ideen wie bspw. spezielle Essensboxen für Zuhause, um virtuell eine Weihnachtsmenü zusammen zu kochen, sind auch schon im Netz zu finden.

Fazit: Google Trends als hilfreiches Tool zur Erforschung neuer Themen

Neue Trends sind in einer schnelllebigen Welt grundsätzlich zu beobachten. Dieses Corona-Jahr hat aber besonders intensive Veränderungen und Themenwechsel in vielen Bereichen hervorgerufen, das zeigt eine Analyse mit Google Trends sehr deutlich.

Die Entwicklungen in seiner eigenen Branche im Auge zu behalten, ist ein entscheidender Faktor, um frühzeitig auf Änderungen im Kundenbedürfnis reagieren zu können und weiterhin erfolgreich zu sein. Google Trends kann hierfür ein sehr hilfreiches Tool sein.

Wenn Sie Interesse daran haben, welche neuen Suchtrends und daraus abzuleitenden Kundenbedürfnisse sich allgemein oder speziell durch Corona in ihrer Branche ergeben haben und wie sie diese ermitteln können, dann sprechen sie uns gerne an.


Quellen:
https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/marketing-strategien/google-suche/kundenbeduerfnisse-unsichere-zeiten-google-trends/
https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/marketing-strategien/google-suche/kundenbeduerfnisse-unsichere-zeiten-google-trends-2/

Corona, Google, Kundenbedürfnisse

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